Norwegen 2001, Teil1, Die Überquerung des Südens

Richtung EgersundAm Vormittag des 19.6.2001 gehen wir mit einer Kawasaki Zephyr 1100, einer Suzuki GSX 750 und meiner damaligen Honda NTV 650 in Kristiansand von Bord der Fähre. Die erste Norwegen-Etappe führt bei trockenem Wetter entlang der Südküste durch kleine Fjorde zum Fischerdorf Egersund. Entlang der Route gibt es noch keine besonderen Sehenswürdigkeiten. Der Belag erweist sich auf den kurvenreichen Strassen als griffig. Abseits der Hauptrouten herrscht wenig Verkehr und das Fahren mach richtig Spass.

Route 19.6.2001

Bereits am zweiten Tag zeigen sich die Launen des norwegischen Wetters. Im Dauerregen und durchnässt bis auf die Unterwäsche touren wir zum Lysefjord. Dort wollen wir eigentlich den Preikesolen bewundern, einen Felsklotz der mit seiner senkrechten Felswand 604 Meter über dem Fjord thront. Doch zwischen dem Auf dem Weg zum LysefjordParkplatz an der Preikestolhütte und dem Plateau liegt eine zweistündige Wanderung. Aufgrund des strömenden Regens verzichten wir auf den Marsch und setzen die Fahrt weiter Richtung Norden fort. Mit der Zeit gewöhnen wir uns an den Regen. Der Belag schmiert nicht und es gibt nur wenige der gefürchteten Bitumen-Fugen oder Flecken auf der Fahrbahn. Unterwegs nutzen wir die ersten Fähren, um kleinere Fjorde zu überwinden. Die Fährbesatzungen kennen sich mit Mopeds offensichtlich gut aus und haben stets besondere Moped-Stellplätze und bei Bedarf auch Vertäuungs-Werkzeuge. Am Ende eines sehr nassen Tages finden wir in der Nähe von Röldal eine angemessene Hütte, mit einer warmen Dusche und vielen Heizkörpern für unsere Klamotten.

Route 20.6.2001 vormittag

Route 20.6.2001 nachmittag

Einer von vielen imposanten WasserfällenAm 21. Juni brechen wir bei bestem Sommerwetter Richtung Sognefjord auf. Die Route führt zunächst entlang einiger sehr imposanter Wasserfälle wie den Tvindefossen bis zur Stalheimklamm (im Kartenabschnitt: F und G). Die Hauptstrasse überwindet diesen Abschnitt in einer weiten Kurve und mit einem großen Tunnel. Durch den Ort Stalheim und am Hotel vorbei kommt man jedoch auf die alte Strasse (externer Link), die sich in steilen kurven den Hang hinunterwindet – ein absolutes Muss für Motorradfahrer. Als Problematisch erweist sich auf der engen Strasse allerdings, das sich auch vollgeladene Touristenbusse den Pass hinunterstürzen.
Naeröfjord Am Ende des Tals liegt der Ort Gudvagen. Dort beginnt der engste Fjord Norwegens, der Naeröfjord. Wir fahren von Gudvagen mit der Fähre nach Kaupanger.

Hafslovatnet

Dieser imposante Bootsausflug führt durch den Naeröfjord zunächst in den Aurlandsfjord und schließlich in den großen Sognefjord. Von Kaupanger setzen wir die Fahrt in Richtung Norden fort. Am Hafslosee (Hafslovatnet) finden wir einen tollen Campingplatz mit Hütten direkt am Seeufer.

Route 21.6.2001

Am 22. steht einer der schönsten Streckenabschnitte der gesamten Tour an. Bei leicht bedecktem Wetter schrauben wir uns auf das Plateau des Sonjefjell (Gletscher). Sonjefjell GletscherstrasseDurch die unwirklich wirkende Schnee- und Eislandschaft führt eine perfekt geräumte, trockene und kurvige Route in das dahinter liegende Tal. Bei Galdesanden verlassen wir die Hauptstrasse und nehmen die Sackgasse zur Juvashytta (Kartenpunkt C) — den höchsten in Norwegen anfahrbaren Punkt auf etwa 1800 Höhenmetern. Die ungeteerte Strasse kostet eine Maut von umgerechnet etwa 2 Euro. Die Strasse erfordert nicht zwingend Off-Road-Praxis und läßt sich auch mit Strassen-Mopeds bezwingen.Auffahrt zur Juvashytta
Nach dem Abstecher zur Juvashytta fahren wir nach Lom. Dort können Interessierte die Stabkirche bewundern. Die bekehrten Wikinger konnten zwar Boote, aber keine Kirchen konstruieren. Also stellten sie Bootsrümpfe auf den Kopf und bauten so die beeindruckende Stabkirchen. Der Eintritt kostet Geld, da der Erhalt der histrorischen Gebäude die Gemeinde viele Kronen kostet.

Am Nachmittag setzen wir die Fahrt in Richtung Geyranger, dem schönsten Fjord Norwegens fort. Kurz vor dem Fjord erreichen wir den Aussichtspunkt Dalsnibba (Kartenpunkt F) – ein Pflichtpunkt für Norwegen-Reisende. Die Schotterstrasse kostet wiederum eine bescheidene Maut, ist ihren Preis jedoch wert. Der Geyranger-FjordSchotterpiste zum DalsnibbaVom Dalsnibba aus hat der Reisende einen sensationellen Blick in den schönsten Fjord des Landes. Den Moped-Fahrern gefällt dabei besonders, dass in den Fjord zudem zwei der schönsten Passstrassen des Landes führen. Im Geyranger gönnen wir uns ausnahmsweise eine Hytta mit Vollausstattung.

Route 22.6.2001

Rückblick zum GeyrangerTrollstiegenDer 23. beginnt bei strahlendem Sonnenschein. Wir erfüllen unser Versprechen an uns selbst und wagen den Sprung ins sauklate Fjordwasser. Der Punkt „Schwimmen im Fjord“ auf dem ToDo-Plan für Norwegen-Reisende haken wir somit ab – wie gut, dass wir eine Hytta mit warmer Dusche in direkter Fjordnähe bewohnen. Die Route für heute verlässt den Geyranger Richtung Norden und führt über die Trollstiegen, eine markannte, wenn auch überbewertete Passstrasse. Auf dem weiteren Weg nach Trondheim finden wir in der Näche von Bolme einen Campingplatz.

Route 23.6.2001 vormittag

Route 23.6.2001 nachmittag

SnasavatnetMit dem 24. beginnt der kompromisslose Aufstieg in den Norden. Auf dem Weg statten wir Trondheim einen kurzen Besuch zur Mittagszeit ab, halten uns in dem netten Städtchen allerdings nur kurz auf. Schließlich sind wir keine City-Touristen. Am Snasavatnet (See) finden wir einen netten Platz mit urigen Campinghütten.

Route 24.6.2001

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