Monte Bondone

Rund um den Gardasee gibt es eine Vielzahl schöner Strecken. Am vergangenen Wochenende bin ich von Riva nach Trento über den Monte Bondone gefahren. Die kleine, kurvige Strasse ist recht wenig von Autos oder Motorrädern befahren. Allerdings scheint die Route ein beliebtes Ziel für Radfahrer zu sein. Wie üblich trampeln die zu fünft nebeneinander den Berg hinauf oder eiern in wilden Schlangenlinien an steilen Passagen kreuz und quer über die Strasse — Vorsicht ist geboten.
Vom Gardasee kommend folgt man einfach der Beschilderung Richtung Autobahn, welche den Verkehr weiträumig um Riva herumführt. Kurz von Arco führt die Hauptsrasse in Richtung östliche Talseite. Dort passiert der Verkehr das Örtchen Bolognano. Hier biegt man von der Hauptsrasse halblinks ab und durchquert das Örtchen in Richtung Berg, dann kann man die Passtrasse nicht verfehlen.
Bei Ronzo genügt es, zweimal Links abzubiegen und ab hier der Beschilderung zum Lago di Cei zu folgen. Danach immer Geradeaus bis zum Stopp-Schild kurz vor Cimone. Dort Links abbiegen und der Beschilderung zum Monte Bondone folgen. Hinter dem Restaurant auf dem Hochplateau an der Passhöhe geht es rechts Richtung Trento durch diverse Skiorte weiter zum steilen Abstieg mit vielen Kehren.
Anbei findet ihr ein paar Bilder, eine GPS-Trackaufzeichnung der Strecke als Google-Earth-Datei sowie den Screenshot aus Google-Earth mit dem Streckenprofil.

Google-Earth-Route

Passo d‘ Erè

Screenshot aus Google-Earth(TM)Wer vom Süden des Gardasses zum Norden entlang der Westseite möchte, kann natürlich die Uferstrasse benutzen — zusammen mit tausenden Sonntagsfahrern und Reisebussen. Als Variante gibt es eine sehr nette Tour mit Schottereinlage über den Passo d‘ Erè. Spätestens in Gargano verlässt der ambitionierte Endourist die Hauptstrasse in Richtung Navazzo. Kurz vor dem Ort zweigt rechts eine Strasse in Richtung Costa ab.
Dieser schmalen kurvigen Route folgt man bis Costa selbst. Im Ort zweigt die Route zum Pass scharf rechts ab — es gibt hier keine weitere Beschilderung und das Strässchen selbst wirkt auf den ersten Blick wie eine private Zufahrt zu einem Hof.
Nach wenigen Kilometern endet der befestigte Strassenbelag und der Schotter beginnt. Anfangs fordert die Route den Fahrer, denn der Kies ist sehr locker und im Kiesbett gibt es immer wieder dicke Felsbrocken. Im weiteren Verlauf wird die Route etwas einfacher. Dann schlängelt sich der Weg malerisch am Hang entlang. Der Schotterteil endet praktischerweise kurz bevor die Strasse steil bergab in Richtung Bernich führt.
Von dort windet sich eine sehr attraktive Route vorbei an der südlichen Auffahrt zum Tremalzo (für Mopeds gesperrt) bis hinunter nach Limone.
Die Route ist auch für Tourer von Interesse, welche über das Valvestno vom Lago d’Idro herüber kommen.

Pause in Costa

Google-Earth-Route

Valvestino

Google-Earth-ScreenshotDas Valvestino verbindet den Idro- mit dem Gardasee. Alternativ hierzu könnte man auch über den Lago di Ledro fahren, doch diese Route ist um Längen langweiliger.

Lago di ValvestinoDie enge Trasse durch das Valvestino macht unheimlich viel Spass, birgt jedoch viele Risiken. Die Strasse ist sehr eng und rechts eigentlich immer ausgesetzt. Da die Route sehr nah am Berg entlang führt, kann der Moped-Fahrer die Linkskurven praktisch nie einsehen.

Wer hier rasen möchte — und die Strecke verleitet dazu — muss damit rechnen, auf der Kühlerhaube eines entgegenkommenden Autos oder Linienbusses zu enden.

Am Ende des Valvestino kann man zum Passo d’Erè abzweigen.

Google-Earth-Route

Passo Croce Domini, Passo Maniva und Passo della Spina

Croce Domini und UmgebungPasso Croce DominoEin Tal westlich des Gardasee liegt der Idrosee. Die Region um diesen Alpensee ist allerdings weitaus weniger touristisch ausgebeutet. Zwei Routen führen vom Garda zum Idro, über den Lago di Ledro und über den Lago di Valvestino — wobei letztere mit dem Moped deutlich mehr Spass macht.

Westlich des Lago d’Idro liegt der Lago d’Iseo und dazwischen wiederum ein paar sehr spannenden Alpenstrassen, angeführt vom Passo di Crocce Domini.

Nördlich des Ortes Anfo am Idrosee beginnt die sehr abwechslungsreichen Route. Anfangs schlängelt sich die Strasse am Felshang in die Höhe und biegt dann in ein Tal nach Bagolino ab. Dort teilt sich die Route. Im Ort zweigt eine kleine Strasse links zum Passo Maniva ab. Diese Route ist wohl erst seit kurzem durchgängig befahrbar (und mir daher noch nicht bekannt).

Im weiteren Verlauf zwängt sich die immer schmäler werdende Strasse durch ein enges Tal. Gerade wenn der Moped-Fahrer glaubt, da Ende einer Sackgasse erreicht zu haben, weitet sich die Schlucht auf. Inmitten von Skihütten und Liften beginnt der eigentliche Anstieg zur Passhöhe.

Google-Earth-Route

Hier teilt sich die Strasse abermals. Die Passroute geht bergab in Richtung Breno, nördlich des Lago d’Iseo. Auch die westliche Seite des Croce hat ihre Reize, kann mit der wilden Auffahrt von Anfo aus aber nicht mithalten.

Vor dem Wirtshaus an der Passhöhe startet eine kleine, größtenteils unbefestigte Militärstrasse, welche südlich entlang des Bergkamms vorbei an einer alten, aufgelassenen Nato-Station zum Passo Maniva führt. Ob man diese Route befahren kann und darf ändert sich eigentlich jedes Jahr. Mal ist alles offen, ein anderes mal verhindern Schlagbäume die Durchfahrt, dann sind plötzlich die Schranken wieder offen.

Wie es 2008 aussieht kann ich nicht sagen, da ich die Route zum letzten Mal vor zehn Jahren gefahren bin — Wer aktuelle Infos hat, möge mir bitte ein Update zukommen lassen. Wichtig ist hier nur eines: Vor Mitte Juni läßt sich die Route nicht durchgängig befahren, denn es liegt in der Regel Schnee den kein Räumfahrzeug beseitigt.

Unter dem Passo Maniva teilt sich die Strasse abermals in einer Kehre. Die Hauptstrasse führt auf der Westseite der Bergkette hinunter nach Collio und von dort aus weiter zur Südspitze des Iseo-Sees. Auch diese Strasse offeriert Fahrspass. Sie ist sehr kurvig, breit ausgebaut, mit gutem Belag versehen und im Sommer wenig befahren.

Passo della SpinaVom Crocce kommend führt am Abzweig links eine Zufahrt zu den Restaurans an der Maniva-Passhöhe. Am östliche Ende des Parkplatze geht die eingangs erwähnte Strasse in Richtung Bagolino ab.
Eigentlich würde bei den Häusern auch die tolle Strasse des Passo della Spina in Richting Anfo beginnen. Doch schon wenige Meter hinter der Maniva-Passhöhe blockiert ein massiver Felssturz die Route. Diese Blockade besteht seit mindestens zwei Jahren (aktueller Stand: Mai 2008) und es ist nicht abzusehen, wann und ob die Zuständigen diese Strasse jemals wieder reparieren. Wer dennoch in den Genuss des Passo della Spina (als Sackgasse) kommen möchte, kann diesen von der Idro-Seite aus erklimmen.

Fährt man von Norden an der Küstenstrasse nach Anfo, zweigt kurz vor dem Ortsschild die Auffahrt ab. Hier steht nach wie vor ein Hinweisschild zum Croce Domini.

Ende des Passo della SpinaAuffahrt zum dell SpinaWestseite des Passo della Spina kurz vor dem Felssturz

Ultental (Val d’Ultimo)

Screenshot aus Google-Earth(TM)Viele Wege führen von Meran in Richtung Gardasee — und leider kennen die Mopedfahrer aus der Münchner Region alle auswendig. Zu den prominenten Routen zählen das Gampenjoch (Passo delle Palade) und der Mendelpass. Doch gerade an den verlängerten Wochenenden tummelt sich auf diesen Strassen alles was Räder und Freude am Fahren hat: Radfahrer, Cabrios, Reisebusse und Motorräder.

Seit spätestens 2006 gibt es einen Ausweg: Das Ultental (Val d’Ultimo). Der Nordeinstieg befindet sich südlich von Meran im Örtchen Lana, unweit von der Abzweigung zum Gampenjoch entfernt.

Früher war die Strasse in das enge, 40 km tiefe Tal eine Sackgasse, doch jetzt gibt es eine Durchgangsroute mit ein paar Tunneln, welche im Nonstal (Valle di Non) endet. Je nach weiterem Ziel kann der Moped-Fahrer dort Richtung Tonale, Mendel oder Trient abzweigen. Fast alle Strassen rund um den Lago Santa Giustina — den Stausee in der Mitte des Nonstals — sind klein, kurvig und machen mit dem Motorrad sehr viel Spass.

Google-Earth-Route