Norwegen 2001 Vorwort

Inhalt

Ich bin diese Tour vor sieben Jahren gefahren, komme aber erst jetzt im Frühjahr 2008 dazu, sie zu protokollieren und Online zu stellen – ich hatte bisher weder die Zeit, noch den Online-Auftritt dafür.
Der 2001er Trip war mein erster und bislang einziger Motorrad-Urlaub in Norwegen. Mit der Erfahrung der damaligen Tour, würde ich den nächsten Trip anders planen, daher ein paar Tipps:

  • Tage ohne Sonnenuntergang sind etwas besonders, doch der Weg bis zum Polarkreis ist weit. Die Landschaft im Norden Norwegens sind zwar interessant, jedoch hat der Süden für Motorradfahrer mehr zu bieten. Wer weniger als 4 Wochen Zeit hat sollte nicht versuchen, in den Norden zu hetzen. Die Region südlich von Trondheim hat die schöneren Routen zu bieten. Das Gebiet um den Sognefjord hat mir persönlich dabei am besten gefallen.
  • In Norwegen regnet es -– oft, heftig und meist ohne große Vorankündigung. Wer hier Moped fahren will muss wasserdicht sein und über gute Reifen verfügen. Bei meiner Tour hat sich die schlichte Kombi vom Moped-Kaufhaus als Norwegen-untauglich erwiesen, ebenso wie die Billig-Handschuhe. Eine Angler-Hose und eine simple Regenjacke über der Lederkombi funktionierten deutlich zuverlässiger.
  • Camping mit Selbstversorgung ist die günstigste Art zu wohnen. Jeder größere Campingplatz vermietet Hütten. Weiter im Norden gibt es oft Privatleute die Hütten oder Fischerhütten (Rorbuer) vermieten. Die Ausstattung der Hütten variiert von Zimmer ohne fließendes Wasser mit Stockbetten bis hin zu Appartment-gleichen Häuschen. Die einfacheren Hütten kosten nicht viel und so lohnt es sich nicht, ein Zelt mitzunehmen. Ich hatte meines vier Wochen unausgepackt dabei. Die Preise (2001) für Campinghütten lagen zwischen 250 Kronen (ca 30 Euro) für die Simple Ausstattung und 750 Kronen (ca 90 Euro) für die Luxus-Variante am Geyranger.
  • Sprit, Alkohol und stellenweise auch reguläre Lebensmittel sind sauteuer – daran lässt sich nichts ändern. Wer abends ein Bierchen zischen will, sollte sich tagsüber im Supermarkt eine 1,5-Liter-Plastikflasche mitnehmen. Die Zeit des Alkoholverkaufs weicht stellenweise von den Öffnungszeiten des Supermarktes ab. Speziell am Wochenende verkaufen die Läden keinen Alkohol. Versucht nicht, heimisches Essen wie Putenschnitzel einzukaufen, das kostet ein Vermögen. Recht günstig fährt man mit Lachs oder den tiefgefrorenen „Sommerkotteletter“.
  • Im Sommer sind in Norwegen jede Menge Mücken unterwegs. Es gibt tausende meist nutzloser Hausmittelchen gegen die Plagegeister. Am Besten sucht man sich einfach ein mückensicheres Quartier für die Nacht. Uns begegneten die summenden Blutsauger nur in der Nähe von Flüssen oder kleinen Seen. Wer in Fjord-, Meeresnähe oder an einem großen See campiert, hat nach unserere Erfahrung wenig zu befürchten.

Die Tour fand in der Zeit vor Digicam und GPS statt. Die Routenaufzeichnungen habe ich von Hand aus der Landkarte übertragen. Die Endpunkte stimmen dabei nicht unbedingt mit der Position überein an der wir tatsächlich einen Campingplatz angefahren haben.
Auch gibt es vergleichsweise wenig Fotos. Speziell von den Passagen mit mässigem Wetter habe ich gar keine Bilder.

Prolog

Den Norwegen-Trip hatte ich seit Jahren geplant, doch mangels Mitfahrer aus dem eigenen Freundeskreis nie durchführen können. 2001 beschloss ich daher, die Tour auch ohne den Münchner Haufen zu fahren. Über das Internet begeisterte ich zwei Mitfahrer aus Gosla und Hamburg und wir setzten das Zeitfenster auf vier Wochen vom 17.6. bis zum 14.7. fest – Start in Hamburg am 18.1.
Die Strecke München-Hamburg legte ich im DB-Autozug zurück. Der kostet zwar ein paar Euro, aber es gibt keinen komfortableren Weg, um mit dem Moped diese Strecke zu überwinden.
Für die Anfahrt nach Norwegen entschieden wir uns, bis in den hohen Norden von Dänemark zu fahren, um von Hirtshals nach Kristiansand in 4 Stunden mit der Fähre überzusetzen. Das sind allerdings 500 langweilige Autobahnkilometer über plattes Land. Die Fähre von Kiel nach Oslo ist die deutlich bequemere, wenn auch teurere Variante.

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