Security Essentials stufen Grub als Virus ein

Wieder einmal startet Microsoft eine Aktion gegen Linux. Die seit ein paar Wochen frei herunterladbaren „Security Essentials“ sollen PCs mit Windows XP/Vista/7 vor Malware schützen. Zur „Achse des Bösen“ zählt Microsoft dabei offensichtlich auch Komponenten aus dem Open-Source-Lager. Auf meinem Test-Notebook kann ich wechselweise Ubuntu-Linux, Windows-XP oder Windows-7 starten. Die Start-Auswahl übernimmt dabei der Bootloader „Grub“. Seit letzter Woche läuft die Beta-Version von Ubuntu 9.10 auf dem Rechner. Die bringt auch eine Beta-Version des Grub-Bootloaders in der Version 2 mit. Beim ersten Start von Windows-7 nach dem Ubuntu-9.10-Setup schlagen die Microsoft-Security-Essentials Alarm: Ein böser Boot-Virus hat sich in meinem MBR festgesetzt. Sofort entfernt die Software den vermeindlichen Schädling — mit fatalen Folgen.

Die Security-Essentials haben Grub entfernt, ohne dabei wenigstens den eigenen Bootloader richtig einzurichten. Die Folge: Der PC startet überhaupt nicht mehr. Mit Hilfe eines bootfähigen Linux-USB-Sticks läßt sich die Grup-Installation binnen weniger Minuten wiederherstellen und ich kann Ubuntu 9.10 wieder starten. Die beiden Windows-Versionen lassen sich jedoch nicht mehr booten. Zur Sichehreit haben die Security Essentials im Zuge der Virenbekämpfung den „\ntkrnl“ gleich mit entsorgt — vielleicht ist das unter dem Strich so auch die Beste Lösung.